Es braucht keine Gentechnik auf Äckern!

Gentechnik ist auf den Äckern eine Gefahr für die Allgemeinheit. Von der Gentechnik gehen unkalkulierbare Risiken für die Natur und den Menschen aus. Durch Pollenflug werden alle umliegenden Felder beeinträchtigt, keine dieser Felder kann als gentechnikfrei“ gelten.

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Immer öfter wird bekannt, dass es bei Landwirten mit genmanipuliertem Futter zu Problemen mit der Gesundheit der Tiere kommt. Des Weiteren ist der Einsatz der Gentechnik ein Eingriff in die Schöpfung und deshalb ist ihr Einsatz ethisch abzulehnen.
Die Verstrickung von Behörden und Genmultis ist ein Problem. Sie sind eng verstrickt, die Interessen oft unzulässig verquickt. Unter anderem haben Mitarbeiter des BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) und JKI (Julius-Kühn-Institut) mit den Vertretern der Agro-Industrie (Syngenta, Monsanto, DuPont) gemeinsam einen Fachartikel darüber verfasst, wie die Risikoprüfung für die Agro-Industrie schnell und kostengünstig vereinfacht werden kann. Eine kostengünstigere Zulassung von genveränderten Pflanzen bedeutet, dass die Risiken der Pflanzen nicht mehr im bisherigen Maße erforscht und erst erkannt werden, wenn sie bereits in der Natur ausgesät und in den Naturkreislauf eingeflossen sind.
Eine Studie aus der Schweiz, bei der eine erhöhte Sterblichkeit bei Wasserflöhen und Zweipunkt-Marienkäfern durch Genmais Mon 810 nachgewiesen wurde, belegt die Gefährlichkeit von Genmais. Diese Studie wurde auch von Luxemburg als Begründung für sein nationales Einfuhrverbot angeführt. Deswegen hat Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den Genmais Mon 810 aus gutem Grund verboten. Die Auswirkungen, die Genmais auf die Organismen der Menschen und Tiere hat, sind nicht ausreichend erforscht. Die Ergebnisse, die vorliegen, gehen von unkalkulierbaren Risiken für den Menschen aus.
Die Agro-Gentechnik wurde schon immer völlig überschätzt. Im Gegenteil: Die einseitige Konzentration einiger Wissenschaftler auf die Agro-Gentechnik ist schädlich für die Forschung. Denn sie verhindert, dass Gelder in wichtige andere Forschungsbereiche – z.B. in den ökologischen Landbau – fließen. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind ein Auslaufmodell. Generell geht der Trend in der modernen Pflanzenforschung nicht in die Richtung der Agro-Gentechnik, sondern in eine moderne Form der klassischen Züchtung, das sogenannte “Smart Breeding”. Dabei wird das genetische Wissen genutzt – zum Beispiel über die genetische Variabilität von Maispflanzen. Ziel dieses neuen Ansatzes ist aber nicht die gentechnische Veränderung der Pflanzen. Aber auch hier gibt es ein großes Risiko: die Patentierung von biologischen Verfahren. Biopatente auf biologische Verfahren, wie sie derzeit zum Beispiel von Konzernen wie Monsanto vorangetrieben werden. Dies stellt genauso ein Problem dar wie bei gentechnisch veränderten Pflanzen und ist aus grüner Sicht klar abzulehnen.

Das Meinungsforschungsinstitut FORSA hat im Mai 2009 herausgefunden, dass 78% der Deutschen Gentechnik veränderte Lebensmittel ablehnen, selbst wenn sie billiger als herkömmliche Lebensmittel sein sollten. Nur 19% der Befragten ist es egal, ob ihr Essen gentechnisch verändert ist oder nicht. Gentechnisch verändertes Futter für Tiere lehnen sogar 85% der Befragten ab.

In Deutschland gibt es bereits 191 gentechnikfreie Regionen. Die Landwirte dieser Regionen haben sich verpflichtet, keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen. Davon liegen 47 Regionen in Hessen. In diesen Regionen bewirtschaften 3974 Landwirte ohne den Einsatz von Gentechnik 115.613ha Land.
Um den Bürgern Transparenz zu ermöglichen, ist die Politik gefordert auf Produkten eine klare Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel vorzuschreiben. Dies befürworten laut FORSA übrigens 90% aller Bundesbürger. Diese Kennzeichnung darf nur das Produkt erhalten, das im gesamten Herstellungsprozess gentechnikfrei erzeugt wurde und aus einer gentechnikfreien Region kommt, um Verunreinigungen auszuschließen.
Die heimischen Landwirte sind zur Diskussion gefordert, ob sie gegen den Willen der Bevölkerung mit Gentechnik arbeiten wollen oder auch im Landkreis Limburg-Weilburg eine gentechnikfreie Region gründen.

Autor:
Cornelius Dehm
Sprecher der Grünen Jugend Limburg-Weilburg
Kreisvorstandsmitglied der GRÜNEN Limburg-Weilburg

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