GRÜNE beantragen die Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße zum dritten Mal

Die GRÜNEN haben zum dritten Mal beantragt, die Rudolf-Dietz-Straße umzubenennen. Außerdem soll unter dem neuen Straßenschild eine Tafel angebracht werden, auf der erläutert wird, warum die Rudolf-Dietz-Straße umbenannt wurde. Die GRÜNEN schlagen dazu folgenden Text vor: „Die Straße hieß von 1975 bis 2014 Rudolf-Dietz-Straße zur Erinnerung an den Heimatdichter Rudolf Dietz (1863-1942). Erst über 30 Jahre später brachte die Heimatforschung die Erkenntnis, dass Dietz nicht nur Lehrer und Heimatdichter, sondern überzeugter Nationalsozialist und Mitglied im antidemokratischen, rassistischen und antisemitischen „Deutschbund“ war. In Schulen und in der Öffentlichkeit trug er judenfeindliche Gedichte vor und paktierte mit der SA und anderen nationalsozialistischen Organisationen.“

Der Antrag soll in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 5. November beraten werden. Sowohl 2012 als auch 2013 wurde von der Stadtverordnetenversammlung die Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße abgelehnt. Stattdessen wurde beschlossen, ein Zusatzschild unter dem Straßenschild anzubringen, das auf die NS-Vergangenheit von Rudolf Dietz hinweist. Die GRÜNEN bemerken dazu, dass in Telefonbüchern und digitalen Medien, die überwiegend bei einer Straßensuche benutzt werden, keine zusätzliche Erklärung über Taten des Straßennamensgeber Rudolf Dietz erfolgen kann. Sie begründen ihre erneute parlamentarische Initiative: „Wir stellen den Antrag auf Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße jetzt zum dritten Mal, weil wir der Meinung sind, dass ein demokratisches Gemeinwesen nicht akzeptieren darf, dass ein überzeugter und in vielen Bereichen aktiver Nationalsozialist wie Rudolf Dietz durch einen Straßennamen geehrt wird.“

In Bad Camberg sind am Anfang dieses Jahres Stolpersteine zur Erinnerung an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger verlegt worden. Die GRÜNEN erachten es als eklatanten Widerspruch, wenn einerseits auf die Opfer des Nationalsozialismus hingewiesen, aber gleichzeitig eine Straße nach einem geistiger Wegbereiter dieser Verbrechen benannt ist. Mit der Umbenennung der Straße würde Bad Camberg einen Weg beschreiten, den zahlreiche Städte schon gegangen sind, so die GRÜNEN. Vorbild seien insbesondere Gemeinden, wie zum Beispiel die Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen, die auf Zusatztafeln die Umbenennung von Straßennamen mit NS-belasteten Personen begründen. Fraktionsvorsitzender Dieter Oelke: „Eine solche Tafel hält die Gräueltaten in der NS-Zeit wach und spiegelt gleichzeitig die Aufarbeitung der Vergangenheit wider.“

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