Foto Scholz: v.l.n.r. Bernd Scholz, Dominique Huth, Imke Sanders-Seidler und Sabine Hirler

„Grünes Hadamar“ besucht Bäckerei Huth

Den Stein ins Rollen brachte ein Schreiben von „Grünes Hadamar“,
am 29. November 2018 an fünf Großbäckereien rund um Hadamar.
Ziel war es die Kooperation mit den ortsansässigen Großbäckereien zu suchen, um Umwelt, Mensch, und die heimische Natur zu schützen.
Denn da ist das große Müllproblem der Einweg-„Coffee To Go“-Becher.
„Coffee To Go“ zu trinken ist sicher ein Zeichen der Zeit.
Zu jeder Zeit war und ist es doch so schön, einen Kaffee in Ruhe zu genießen. 😃
Nicht nur, dass bei einem stündlichen Verbrauch von 320.000 Einwegbechern und einem Jahresverbrauch von 3.000.000.000 Einwegbechern ein riesiger Müllberg entsteht.
Das Abfallproblem ist für jeden am Straßenrand sichtbar, besonders erkennbar an Auf- und Abfahrten von Landstraßen, Bundesautobahnen und Rastplätzen.
Ganz zu schweigen von einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Tonnen Plastik und 60.000 Tonnen Holz, sowie einem Verbrauch von 1.500.000.000 Litern Leitungswasser, die bei der Produktion anfallen.

Dabei hilft es nicht mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Alle haben die Freiheit, den Kaffee so zu genießen, wie sie es möchten.
Aber es trägt auch ein Jeder die Verantwortung für sein Tun:
Der Kunde beim Verzehr. Der Politiker in seiner gesellschaftlichen Gestaltung.
Und der Handwerksbäcker oder Gewerbetreibende beim Verkauf.
Nur allzu oft haben wir es schon erlebt:
Diese Techniknaivität, die zunächst die Natur zerstört, um ihr dann hoffentlich wieder Erholung zu gönnen.
Es sollte immer ein Ziel sein, Ökonomie und Ökologie miteinander zu vereinbaren.

Ein gutes Anliegen, das am 3. Januar 2019 die Hadamarer BündnisGrünen mit Dominique Huth, von der Bäckerei Huth aus Limburg an den runden Tisch brachte.
Es sei erwähnt, dass die Großbäcker Jung, Moos, Schäfer, Simon bis zum aktuellen Tag nicht auf das Anschreiben reagierten.

Zunächst führte Herr Huth die Besucher durch seine Produktionsstätte und erläuterte seine hauseigenen Backmethoden. So ist er der einzige regionale Bäcker, der auf Bachfertigmischungen verzichtet. Noch echte Handarbeit also.
Da mein Schwiegervater Zeit seines Lebens selbst ein ortsansässiger, selbständiger Bäckermeister war, kam mir alles irgendwie bekannt vor. Natürlich ist alles einige Nummer größer.
Herr Huth führte den BündnisGrünen seine Vorstellungen von Bäckerskunst mit heutigen ökonomischen Anforderungen vor Augen.

In seinem Büro zurück zum Thema: Der „Coffee To Go“-Becher.
Sabine Hirler (Oberzeuzheim), Imke Sanders-Seidler (Schupbach) und Bernd Scholz (Steinbach) hatten allesamt ihren Mehrwegbecher dabei.
Auch Dominique Huth war gut aufgestellt. Er stellte verschiedene Bechervarianten vor, die aktuell in seinem Unternehmen diskutiert würden.
Darunter einige Mehrwegplastikprodukte und ein nahezu unverwüstlicher Becher, der zu 40 Prozent aus Kaffeeresten besteht. Nur Teetrinker würden sich damit schwertun.
Keramikbecher könnten bei ihm zwar befüllt werden. Er selbst wolle aber keine anbieten, weil das Getränk zu schnell auskühlen würde.

Den Hadamarer Grünen ist an einer Sensibilisierung der Beteiligten gelegen.
Jeder solle die Verantwortung in seinem Wirken erkennen.
Aktuelle neue Plastikmüllverordnungen zwingen die Einwegprodukte-Anbieter ihr Verhalten anzupassen.
„Grünes Hadamar“ unterstütze die Nutzung des unverwüstlichen Einwegbechers aus Kaffeeresten, der bei genauerer Betrachtung eigentlich eher ein Mehrwegbecher mit Deckel-Schraubgewinde ist. Nicht nur unverwüstlich, sondern auch besonders gut verschlossen und die Hände vor Hitze schützend.
Die Grünen schließen die Mehrwegplastikvariante mit dem Namen „Fair Cup“ bei der es sich um ein Pfandsystem handelt für sich aus.
Grundsätzlich ist der Mehrwegbecher dem Einwegbecher gegenüber klar im Vorteil. Sein Gebrauch sollte von allen gefördert werden.
Wer im Übrigen einen Mehrwegbecher besitzt, der kann sich am Morgen schon von zu Hause aus eine schöne heiße Tasse mit auf den Arbeitsweg nehmen.
Außerdem hat Bernd Scholz (Steinbach) eine neue Preisgestaltung der To-Go-Produkte vorgeschlagen, die das Mitbringen von Mehrwegbechern über die 10 Cent übliche Entlastung hinaus belohnen und das Kaufen von Einwegprodukten auch wegen der höheren Umweltbelastung geringwertig verteuern.
Herr Huth versprach die Anregungen der grünen Besucher in seine Zukunftsplanungen mit einzubeziehen.

Die Teilnehmer wollen weiter an einem Strang ziehen.
Ein weiterer Austausch ist in circa sechs Wochen vereinbart worden.
In diese Zeit möchte die Bäckerei Huth ihre Einscheidungsfindung in der Unternehmenspolitik weiter vorantreiben.

Am Rande des Gespräches, erfuhren die Besucher, dass zwei lange nicht besetzte Fachkraftstellen in der Backstube, von Arbeitssuchenden mit Migrationshintergrund besetzt werden konnten.

Bernd Scholz
„Grünes Hadamar“

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