Deliktgruppen in der Übersicht

Wie sicher ist unser Landkreis?

Simon Lissner, Limburg, den 8.4.2017

GRÜNE im Gespräch mit der kommissarischen Leiterin der Polizeidirektion Westhessen in Limburg an der Lahn, Madlen Weyhrich und den Mitgliedern der Führungsgruppe Thomas Nehl und Meinulf Müller

Vor einigen Tagen hatten Vertreter*innen der Kreistagsfraktion und des Kreisvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Limburg-Weilburg die Gelegenheit zu einem ausführlichen und ausgesprochen informativen Gespräch mit der kommissarischen Leiterin der Polizeidirektion Westhessen in Limburg an der Lahn. Madlen Weyhrich, und die Mitgliedern der Führungsgruppe Thomas Nehl und Meinulf Müller und stellten sich den zahlreichen Fragen der GRÜNEN Delegation zur Sicherheitslage aus polizeilicher Sicht.

Entwicklung im Landkreis

Natürlich, Ereignisse wie die in der Presse berichtete „Massenschlägerei am Limburger Bahnhof“ bewegen die Gemüter und sorgen für einschlägigen Gesprächsstoff. Selbstverständlich, dass ob der anhaltenden Diskussion um Wohnungseinbrüche im Kreis die „gefühlte Sicherheit“ bedroht sehen. Auch müssen wir ernst nehmen, dass besonders ältere Menschen sich mit größeren Ansammlungen junger, teilweise lautstarker („testosterongesteuerter“) junger Menschen schwer tun und sich ohne Zweifel subjektiv ängstigen. Nun ja, früher waren‘s die „langhaaarische‘ Gammler“, heute die „undeutsch“ aussehenden Leute am Bahnhof, einerseits, und Ergebnis langjähriger „Sozialpolitik“, die wachsende Zahl Obdachloser, Symbol um sich greifender Verarmung. Dennoch wollen wir versuchen, diesem Gefühl praktische Tatsachen gegenüber zu stellen.

Am Limburger Bahnhof hat sich unterdessen eine Menge getan. Die ständige Polizeipräsenz hat zur Beruhigung vor Ort beigetragen. „Aber,“ so Weyhrich“, „der Bahnhof sei so ziemlich der einzige Ort, wo die Leute sich treffen und zum Beispiel freies WLAN nutzen könnten“. Die GRÜNEN meinen, da sollte sich auch die Stadt bewegen. Die Politik ist also gefordert. Auch wenn die Kreisstadt Limburg die Statistik anführt, so bestätigt sich auch hier der Trend.

Zuvörderst lässt sich die Statistik im Trend nur eindeutig auslegen. Im Landkreis Limburg Weilburg ist die Zahl der Straftaten seit Jahren rückläufig. Von 9980 Straftaten2007 sank die Zahl der Straftaten auf 8167 in 2016. Die Aufklärungsquote hingegen hat sich im gleichen Zeitraum von 57,2% auf 63,4% ebenfalls kontinuierlich, verbessert.

Die in jüngster Zeit des Öfteren bemühte „Ausländerkriminalität“ bewegt sich im Landkreis auf niedrigem Niveau und der Anstieg, so meinen die GRÜNEN, sollte gemessen am Gesamtniveau nicht überbewertet werden.

Von den insgesamt in 2016 gezählten 8167 Straftaten entfielen auf diese Gruppe, die sich aus  verschiedenen Nationalitäten zusammen setzt, 454 Fälle (ohne spezifische ausländerrechtliche Verstöße – ein Plus von 132 Fällen gegenüber 2015).

Deliktgruppen in der Übersicht

Bei der Auswertung der Statistiken zu den einzelnen Deliktgruppen, Raub, schwerer Raub, und so weiter, ist zu bedenken, dass die Taten in Zusammenhang mit Täter*innen stehen und dies hat einen deutlichen Einfluss auf die Statistik. Wenn es der Polizei „gelingt, zum Beispiel Mehrfachtäter*innen zu überführen“, so Weyhrich, sinkt „freilich die Zahl der Delikte in diesem Bereich“. Und das manchmal signifikant. Nehl betonte in seinem Vortrag, man sei durchaus stolz auf das Ergebnis – „die Zahl der Straftaten sei um satte 5% zurückgegangen und unser Aufklärungsquote konnten wir auf 63,4% verbessern“. Das Sicherheitsniveau im Landkreis war bereits in der Vergangenheit sehr gut, wurde und wird aber ständig verbessert.

Nicht unbedeutend sei auch die Tatsache, dass sich die Kriminalitätsstruktur teilweise stark verändert hat. So hat ein relativ neuer „Zweig“, der Computerbetrug, zunächst einmal Zuwachsraten und verzerrt die Statistik bei Betrugsdelikten. Insgesamt sei man aber auch hier auf einem guten Weg. Neue Techniken und engagierte Kolleginnen und Kollegen seien erfolgreich. Für die answesenden Camberger und Weilburger GRÜNEN beantwortete Nehl die sie betreffenden speziellen Fragen:

In Bad Camberg ist insgesamt ein Anstieg von 754 Straftaten in 2015 auf 868 Straftaten in 2016 eststellbar, was einen Anstieg von 114 Fällen und 15,1 % bedeutet. Der Anstieg ist nach erfolgter Analyse durch eine Steigerung des Computer-Betruges (sog. Ebay-Betrug / online bestellen und nicht bezahlen) um 165 Fälle, begangen von drei Jugendlichen/Heranwachsenden, zu erklären.

In Weilburg wurde ein Anstieg von 681 Straftaten in 2015 auf 762 Straftaten in 2016 bemerkt, was einen Anstieg um 81 Fälle, entspricht 11,9 %, bedeutet. Der Anstieg lässt sich hier durch jeweils leichte Steigerungen bei Verstößen gegen das Betäubungsmittel Gesetz (15), Körperverletzungsdelikten (31) und Verstößen gegen das Aufenthaltsgesetz (Flüchtlinge ohne Ausweise) erklären. Die entsprechenden Straftaten dürften vermutlich im Zusammenhang mit dem Betrieb der Außenstelle der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Weilburg
stehen, da die Zahlen seit der Schließung der Einrichtung wieder rückläufig sind.

In den Städten und Gemeinden

 

 

Wir GRÜNEN bedanken uns für das informative und freundliche Gespräch.

Zur Kriminalstatistik Limburg 2016

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